Die Entwicklungsphasen eines Kindes – welche Rolle spielen Spurenelemente?

„Iss – damit du groß und stark wirst“ – wer hat diesen Satz nicht in seiner Kindheit gehört? Dahinter steckt keine alte Weisheit, sondern Wissenschaft. Denn wenn Kinder nicht genügend Nährstoffe in ihrer Ernährung bekommen, können sie sich nicht optimal entwickeln. Spurenelemente spielen dabei eine wichtige Rolle. Welche und wie viel Kinder brauchen, erklären die folgenden Zeilen.

Spurenelemente: Was ist das?

Der Name verrät, was hinter Spurenelementen steckt: Das sind Stoffe, die für Körperfunktionen und Entwicklung besonders wichtig sind, aber nur in Spuren im Organismus vorhanden. Daher müssen sie mit der Ernährung zugeführt werden. Spurenelemente zählen zu den Mineralstoffen – anorganische Nährstoff, die der Körper selbst nicht herstellen kann.

Jedoch kann auch zu viel des Guten schädlich für den Körper sein. Manche Spurenelemente sind in höheren Konzentrationen auch giftig – wie beispielsweise Arsen. Generell wird zwischen essenziellen (unentbehrlichen) und nicht-essenziellen (entbehrlichen) Spurenelementen unterschieden.

Wichtige Spurenelemente und ihre Wirkung

Es gibt eine Reihe von essenziellen Spurenelementen, die für den Körper wichtig sind und auch die Entwicklung Ihres Kindes beeinflussen. Jod beispielsweise ist für die Herstellung von Hormonen in der Schilddrüse verantwortlich – zu hoch dosiert, kann es aber auch toxisch wirken. Eisen wird im Körper für den Sauerstofftransport benötigt. Mangan hingegen hat wichtige Aufgaben bei physiologischen Prozessen, wie bei der Wundheilung, der Knochenentwicklung und der Blutgerinnung.

Selen ist ein Spurenelement, das vor Umweltgiften schützt. Aber auch zur Verbesserung des Immunsystems und zur Erhöhung der Fruchtbarkeit trägt dieses Spurenelement bei. Chrom bestärkt die Wirkung von Insulin und beeinflusst daher die Stoffwechselprozesse für Kohlenhydrate, Fett und Eiweißstoffe. Kupfer ist unentbehrlich für die Blutbildung, die Energiegewinnung und das Immunsystem.

Zink trägt ebenso einen Beitrag bei Stoffwechselprozessen und der Wundheilung. Molybdän hat auch Aufgaben im Stoffwechselbereich, Fluor schützt die Zähne.

Tagesbedarf für Kinder

Kinder und Jugendliche haben einen anderen Bedarf an Spurenelementen als Erwachsene. Dies hängt von der Entwicklungsstufe ab – wenn sie wachsen, braucht es mehr Unterstützung für die Knochenbildung, im zahnlosen Alter spielt Fluor eine geringe Rolle. Eisen hingegen ist bereits früh an Wachstum und der Entwicklung im Säuglings- und Kleinkindalter beteiligt. Welchen Tagesbedarf für Kinder notwendig ist, zeigt die folgende Tabelle mit den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (mg = Milligramm, µg = Mikrogramm):

0 – 4 Monate4 – 12 Monate1-4 Jahre4 – 7 Jahre 7 – 10 Jahre 10-13 Jahre13 – 15 Jahre
Molybdän7 µg20 – 40 µg25 – 50 µg30 – 75 µg40 – 80 µg50 – 100 µg50 – 100 µg
Mangankeine Angabe0,6 – 0,1 mg1 – 1,5 mg1,5 – 2 mg2 – 3 mg2 – 5 mg2 – 5 mg
Kupfer0,2 – 0,6 mg0,6 – 0,7 mg0,5 – 1 mg0,5 – 1 mg1 – 1,5 mg1 – 1,5 mg1 – 1,5 mg
Chrom1 – 10 µg20 – 40 µg20 – 60 µg20 – 80 µg20 – 100 µg20 – 100 µg20 – 100 µg
Jod 40 µg80 µg100 µg120 µg140 µg180 µg180 µg
Selen10 µg15 µg15 µg20 µg30 µg45 µg60 µg
Fluor0,25 mg0,5 mg0,7 mg1,1 mg1,1 mg2 mg2,9 – 3,2 mg
Eisen0,5 mg8 mg8 mg8 mg10 mg12 – 15 mg12 – 15 mg
Zink1,5 mg2,5 mg3 mg3 mg6 mg8-9 mg10-12 mg

Spurenelemente als Nahrungsergänzung?

Bei einem Mangel an Spurenelementen können Entwicklungsstörungen bei Kindern nicht ausgeschlossen werden. Daher ist eine vollwertige Ernährung vor allem in den Wachstums- und Entwicklungszeiten wichtig.

Jedoch hat der Nachwuchs beim Essen oft seinen eignen Kopf und verweigert schnell gesundes Essen: Süßes statt Gemüse gehört zu den Lieblingsspeisen. Sollten Eltern dann zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen? Nein. Hier besteht die Gefahr, dass zu viel Vitamine und Spurenelemente zugeführt werden. Experten sind sich einig: Kinder werden in Deutschland ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. In der Regel sind keine Nahrungsergänzungsmittel notwendig.

Treten Mangelerscheinungen auf, sollten Eltern mit dem Kinderarzt sprechen und nur nach Rücksprache Nahrungsergänzungsmittel verabreichen.

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