Dieses Fitness-Armband verriet einem Paar, dass sie Eltern werden

Ein Fitness-Armband, das eine Schwangerschaft vermeldet – gibt es das tatsächlich? Ein Paar aus New York kann das eindeutig bestätigen. Ehemann David Trinidad und seine Frau Yvonne hatten eigentlich nur fitter werden wollen. Doch dann kam ein Baby.

Sie wussten es vor dem ersten Ausbleiben der Periode

Es war eigentlich nur ein Neujahrsvorsatz, um gesünder zu leben, erzählte David später der Presse gegenüber. Deswegen hatten er und seine Frau sich Fitbit-Fitness-Armbänder angeschafft. Das Modell sollte Schritte zählen, den Kalorienverbrauch aufzeigen, Puls messen und auch den Schlaf überwachen. Gerade letztere Funktion hatte Ehefrau Yvonne besonders gut gefallen. Doch im Oktober 2016 war sie erstaunt, als sie ihre Datenauswertung anschaute. Ihr Puls war erhöht, obwohl sie keinen Sport getrieben hatte oder unter Stress litt. Ehemann David nahm zunächst an, dass das Fitbit-Armband kaputt sei. Doch das war es nicht. Er wandte sich an ein Nutzerforum und stellte dort seine Frage: „Das Fitbit meiner Frau zeigt, dass ihr Puls in den letzten Tagen konstant hoch war. Ich bin mir nicht sicher, ob was mit dem Sensor nicht stimmt. Gibt es eine Möglichkeit, das Gerät neu zu starten oder neu aufzusetzen? Ich würde das gerne probieren, bevor ich den Kundenservice wegen eines Ersatzgerätes kontaktiere.“ Doch statt technischer Details kam eine erstaunliche Antwort einer Nutzerin, die David und Yvonne nachdenklich werden ließ: „War sie in den letzten Tagen gestresst, oder kann es sein, dass sie schwanger ist?“ Noch am gleichen Abend machte das Paar mehrere Schwangerschaftstests, die alle positiv ausfielen. Und so war das Fitbit-Armband schuld daran, dass die Trinidads besonders früh von der Schwangerschaft erfuhren, bevor Yvonnes Periode das erste Mal ausblieb. Der Pulsmessung sei Dank!

Der Fitness-Tracker als Schwangerschaftstest – geht das?

Das stellt sich die Frage, ob Fitness-Armbänder generell als Frühtest auf eine Schwangerschaft dienen könnten? Die Antwort lautet: nur bedingt. Zunächst braucht der Tracker einen Pulsmesser, was nicht bei allen Modellen der Fall ist. Wird dann ein erhöhter Puls gemessen, muss zudem nicht auch automatisch eine Schwangerschaft dafür verantwortlich sein – denn es gibt viele Gründe, warum der Puls steigen kann. Der erhöhte Puls in der Schwangerschaft ist ein physiologischer Anpassungsmechanismus, um die Durchblutung zu unterstützen. Denn Plazenta und Embryo benötigen eine gute Blutversorgung. Der Körper senkt daher den Gefäßwiderstand und das Herz schlägt zehn bis 20 Mal öfter pro Minute. Doch es gibt auch zahlreiche weitere Gründe für einen erhöhten Puls. Diese reichen von Fieber bis zur Lungenembolie oder dem Herzinfarkt. Ein Fitness-Armband misst lediglich die Schlagfrequenz, doch ob nun eine Schwangerschaft oder eine Krankheit dahinter steckt, kann das Wearable nicht unterscheiden. Im Fall der Trinidads kam der Hinweis von einer Nutzerin, die gerade selbst schwanger war und so ihren eigenen erhöhten Puls auf ihrem Fitness-Armband entdeckte. Wer jedoch sichergehen will, sollte daher auf jeden Fall einen normalen Schwangerschaftstest durchführen.

Pulsmesser dokumentiert: Trennung aufgezeichnet und Leben gerettet

Die Daten von Fitness-Armbändern haben jedoch schon zu manchen kuriosen Meldungen geführt. So konnte ein Fitbit-Nutzer anhand seiner Statistik genau nachvollziehen, wie sein Körper auf die Trennung von seinem Freund reagierte. Bevor er die schlechte Nachricht bekam, betrugt sein Herzschlag rund 65 Schläge pro Minute. Nach der Konfrontation mit der Trennungsnachricht lag dieser bei circa 80 Schlägen pro Minute. Das Fitness-Armband glaubte, sein Träger sei in einem Work-out. Das Tragen einer Smartwatch hat einem Teenager sogar das Leben gerettet. Denn dank des integrierten Pulsmessers stellte er fest, dass seine Herzfrequenz noch viele Stunden nach seinem Training immer noch bei 145 Schläge pro Minute war. Er ging ins Krankenhaus, wo eine lebensgefährliche Krankheit festgestellt wurde.

Welche Modelle können eine Schwangerschaft verraten?

Wie die Beispiele zeigen, kann die Pulsmesserfunktion eines Fitness-Trackers in vielen Lagen wichtig und nützlich sein. Zur Zeit der freudigen Botschaft im Hause der Trinidads hatten längst noch nicht alle Fitness-Armbänder einen Pulsmesser und es mussten mindestens 100 Euro und mehr dafür investiert werden. Doch inzwischen gibt es zahlreiche Modelle auch im niedrigpreisigen Segment, die den Puls messen. Eine Abfrage im Online-Shop zeigt einige Beispiele, die den Puls permanent oder beim Training messen können:
  • Fitbit Versa 2
  • Garmin Vivosmart HR
  • Fitbit Charge 3 Special Edition Activity Tracker
  • Samsung Gear Fit2 Pro S Smartband
  • Polar A360 (S) Activity Tracker
  • Denver BFG-550
  • Apple Watch (Smart Uhr)
  • Medisana Mio Fuse
  • Jawbone UP3
  • Sony Smartband 2 SWR12 weiß
  • und viele mehr
Die Pulsmessung kann das Training verbessern. Denn durch Ruhe- und Maximalpuls kann der Fitness-Tracker genauere Infos über die Trainingsintensität geben – bis hin zu genaueren Bestimmung der verbrauchten Kalorien. Daher sind diese Armbänder auch ohne Anzeige einer Schwangerschaft sehr nützlich. Zudem zeigt der Vergleich: Ein Schwangerschaftstest ist in der Drogerie oder Apotheke schon für wenige Euro zu haben!

Das Fitness-Armband in der Schwangerschaft?

So manche Frau fragt sich nun, ob solch ein Fitness-Armband auch in der Schwangerschaft nützlich sein kann oder sogar schadet. Für Letzteres gibt es keine Belege. Zahlreiche Frauen haben einen Schwangerschaftsmodus bereits im Fitbit-Forum vorgeschlagen. Doch hier heißt es noch im März dieses Jahres: „Wir haben derzeit keine Pläne, diese Funktion zu veröffentlichen.“ Die Frauen wünschen sich solch einen Modus, da sich die Begebenheiten wie Kalorientagesbedarf oder Puls bei der werdenden Mutter verändern. Zahlreiche Wearables bieten jedoch inzwischen Funktionen, um die körperliche Fitness von Schwangeren zu unterstützen – jedoch meist mittels einer Zusatzapp. Ärzte raten den Schwangeren zudem, bei Sport eine Pulsuhr zu tragen, um die Herzfrequenz beachten zu können. Schwangere können je nach Alter bis zu einem Puls von 150/160 trainieren. Vorsicht ist vor allem in den ersten Wochen der Schwangerschaft wichtig: Maximal sieben Stunden pro Woche sollten werdende Mütter Sport treiben.

Zusammenfassung

Der Pulsmesser eines Fitness-Armbands hat vor einiger Zeit einem Paar aus New York verraten, dass sie Eltern werden. Der erhöhte Puls und eine ebenfalls betroffene Frau in einem Forum waren die Zutaten für diese kuriose Mischung. Fitness-Armbänder eignen sich nur bedingt als Schwangerschaftstest – doch als Begleiter für das Training vor, während und nach der Schwangerschaft umso mehr!
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