Google Watch im Vergleich

Google Watch Test 2020: Die besten Google Watch im Vergleich

Ist die Google Watch in Aussicht? Von Kooperationsmodellen und dem hauseigenen Betriebssystem: Kaum ein Thema schwelt länger in der Welt der intelligenten Uhren: Der Suchmaschinen-Gigant Google lieferte zwar mit Android Wear (später in Wear OS unbenannt) ein eigenes Betriebssystem, hat aber selbst keine Smartwatch auf dem Markt. Noch nicht? In Kooperation mit LG kamen im Jahr 2017 zwei Modelle auf den Markt – die jedoch so gut wie gar nicht in Deutschland erhältlich waren, es allerdings über Umwegen auch an deutsche Handgelenke schafften. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Modelle, könnten sie Anhaltspunkte für eine mögliche Google Watch bieten. Denn seit Jahren gibt es immer wieder Gerüchte und Mutmaßungen, dass die eigene Google Watch bald kommen würde. Aktuell befeuern Übernahmen und Patentanmeldungen seitens Google die Gerüchteküche erneut. Kommt sie nun doch, die eigene Google Watch Pixel? Wir haben in den folgenden Zeilen die bisherigen Modelle einmal unter die Lupe genommen und betrachten die aktuellen Entwicklungen!

Statt eigener Smartwatch: Betriebssystem und Kooperation mit LG

Google ist in aller Munde – der Suchmaschinen-Gigant ist einer der weltweit größten Konzerne überhaupt. 1998 wurde er von Larry Page und Sergey Brin gegründet und spezialisierte sich auf Internetdienstleistungen. Von der Volltextsuche im Internet bis hin zur Sammlung von Straßenkarten – über zwei Jahrzehnte nach der Gründung ist das Unternehmen in fast allen Bereichen der Technologie-Branche etabliert. Auch im Bereich Smartwatches war Google von Anfang an dabei – hat jedoch irgendwann den Anschluss verloren. Denn bis heute hat das Unternehmen kein eigenes Modell auf den Markt gebracht. Im Jahr 2014 stellte Google jedoch sein erstes eigenes Betriebssystem vor, das inzwischen Anfang 2017 überarbeitet, in der 2.0-Version erschienen und unbenannt ist. Durch das Betriebssystem kooperiert Google mit zahlreichen verschiedenen Smartwatch-Herstellern. Für Aufsehen sorgten im Frühjahr 2017 neueste Entwicklungen und die Fachbranche freute sich bereits auf die erste Smartwatch aus dem Hause Google. Doch aus den Mutmaßungen um die angeblichen Uhrenmodelle unter den Codenamen „Angelfish“ und „Swordfish“ wurde letztendlich im Jahr 2017 erneut lediglich eine Kooperation: Die geplanten Uhren entpuppten sich als LG Watch Sport und LG Watch Style. Die Arbeit an der eigenen Google Watch Pixel soll 2016 eingestellt worden sein.
    Achtung: Die folgenden Modelle standen in Deutschland teilweise gar nicht erst zum Verkauf zu Verfügung. Jedoch können immer noch Geräte über das Internet ergattert werden, wer dies unbedingt möchte.

Die LG Watch Sport: Starke Leistung, aber klobige Optik

Bei der LG Watch Sport nahm sich Google einem häufigen Kritikpunkt anderer Hersteller an: Die Uhr kann unabhängig vom Smartphone verwendet werden. Dementsprechend ist das Modell mit allen technischen Voraussetzungen ausgestattet: WiFi, Bluetooth, NFC und Mobilfunk mittels GSM, UMTS und LTE. Aber auch im Sportbereich sind zahlreiche Sensoren vertreten: Ein eigener Herzfrequenz-Sensor, Beschleunigungssensor, Gyrometer und Barometer machen den Einsatz als Fitness-Tracker möglich. Die Uhr ist wasserdicht und kann auch zum Schwimmtraining genutzt werden. Besonders stark zeigt sich die LG Watch Sport mit dem extra schnellen Prozessor Snapdragon 2100-CPU mit 4 Gigabyte Speicher und starken 768 Megabyte Arbeitsspeicher.

Die technischen Daten im Überblick

  • Abmessungen: 45,4 x 51,2 x 14,2 Millimeter
  • Akku: 430 mAh
  • Display-Größe: 1,38 Zoll, P-OLED
  • Bildschirm: 480 x 480 Pixel
  • Betriebssystem: Android Wear
  • Arbeitsspeicher: 768 MB
  • Interner Speicher: 4 GB
  • Chipsatz: Qualcomm Snapdragon Wear
  • Taktung: 1,1 Ghz
  • Schnittstellen: Bluetooth 4.2, WiFi, NFC,
  • Mobilfunk und Internet: GSM, UMTS und LTE
  • Farben: Titanium, Dark Blue
  • Weitere Merkmale: Staub- und Wasserschutz (IP68), Lautsprecher, Mikrofon, Wireless Charging

Design und Optik

Viel Technik braucht auch Platz. Daher kommt die LG Watch Sport im Vergleich zu anderen Modellen etwas dick und klobig daher. Mit einer Dicke von 14,2 Millimeter ist sie eher für Nutzer mit einem großen Handgelenk geeignet, die ihre Smartwatch nicht verstecken wollen. Sie bringt 89 Gramm auf die Waage und ist damit etwas schwerer als so manch anderes Modell. Das Display ist rund mit 1,38 Zoll. Auch Robustheit bringt die LG Watch Sport mit und ist mit der Schutzklasse IP68 zertifiziert. Das Gehäuse ist aus rostfreiem Stahl gefertigt, das Armband aus Plastik. Letzteres kann nicht gewechselt werden, denn darin befinden sich ebenfalls Sensoren und Antennen.

Handhabung und Bedienung

Das Display ist ein Touchscreen. An der Seite des runden Displays sind drei Knöpfe vorhanden. Der mittlere von ihnen ist eine drehbare Krone, um durch das Menü des Betriebssystem Android Wear 2.0 zu manövrieren. Die anderen beiden Knöpfe können individuell konfiguriert werden. In der Werkseinstellung starten sie die Fitness-App und Android Pay.

LG Watch Style: Klein und modisch mit weniger Funktionen

Die kleine Schwester wurde als Einsteiger Modell deklariert und verfügte längst nicht über die Bandbreite an Features wie die LG Watch Sport. Hier fehlen sowohl GPS Modul als auch LTE-Unterstützung und ein Pulssensor. Eine SIM-Karte kann ebenfalls nicht eingelegt werden. Unabhängig vom Smartphone lässt sich die Uhr nur verwenden, wenn W-LAN zur Verfügung steht, ansonsten braucht es die Verbindung per Bluetooth. Auch der Akku ist nicht so leistungsstark. Der Arbeitsspeicher fällt mit 512 Megabyte ebenfalls geringer aus. Die LG Watch Style verfügt über die Zertifizierung IP67, was bedeutet, dass sie nicht vollständig wasserdicht ist. Lediglich Spritzwasser wird abgehalten, zum Schwimmtraining eignet sich die Uhr nicht.

Die technischen Daten im Überblick

  • Abmessungen: 42,3 x 45,7 x 10,79 Millimeter
  • Akku: 240 mAh
  • Display-Größe: ,2 Zoll P-OLED
  • Bildschirm: 360 x 360 Pixel
  • Betriebssystem: Android Wear
  • Arbeitsspeicher: 512 MB
  • Interner Speicher: 4 GB
  • Chipsatz: Qualcomm Snapdragon Wear
  • Taktung: 1,1 Ghz
  • Schnittstellen: Bluetooth 4.2, WiFi, NFC,
  • Mobilfunk und Internet: GSM, UMTS und LTE
  • Farben: Silber, Titanium, Roségold
  • Weitere Merkmale: Staub- und Wasserschutz (IP68), Lautsprecher, Mikrofon, Wireless Charging

Optik und Design

Während die LG Watch Sport sehr groß ist, zeigt sich die LG Watch Style zurückhaltender und filigraner. Das OLED-Display bietet 1,2 Zoll und eine Auflösung von 360 mal 360 Pixel. Insgesamt ist das Gehäuse schmaler (10,79 Millimeter). Drei Ausführungen sind möglich: ein silbernes, ein titaniumfarbenes und ein roségoldenes Gehäuse. Die LG Watch ist ein Unisex-Modell – sowohl für Frauen als auch für Männer geeignet. Auch die Armbänder sind austauschbar.

Bedienung und Handhabung

Neben der Bedienung auf dem Touchscreen steht eine Krone zur Verfügung, mit der durch die Menüs navigiert werden können. Gegenüber den großen Bruder sind jedoch keine weiteren Buttons zu finden.
    Hinweis: Inzwischen gibt es zahlreiche weitere LG Smartwatches und auch Modelle von anderen Herstellern mit dem Betriebssystem von Google. Doch eine eigene Google Smartwatch ist immer noch nicht auf dem Markt.

Das Betriebssystem: Aus Android 2.0 wird Wear OS by Google

Statt mit einer eigenen Smartwatch wirbelt Google den Markt der intelligenten wearables mit seinem Betriebssystem auf. Anfang 2017 noch mit dem Update Android 2.0 vorgestellt wurde das Betriebssystem am 16. März 2018 in Wear OS unbenannt und findet sich inzwischen in zahlreichen weiteren Modellen. Das Betriebssystem bietet einen großen Funktionsumfang, der Uhr und Smartphone zu einem guten Team macht – wie zum Beispiel Benachrichtigungen anzeigen, Anrufe annehmen/ablehnen, Google Assistent, Google Pay, interaktive Ziffernblätter, seit November 2018 Batteriesparmodus für smarte Uhren sowie zahlreiche, verschiedene Google-Apps. Es unterliegt seit der Veröffentlichung permanent der Weiterentwicklung. Das letzte Update fand im September 2019 statt. Aktuell ist ein neues Branding des Betriebssystems in aller Munde. Seit dem 28. April 2020 heißt es offiziell nun „Wear OS by Google Smartwatch“. Eine Ankündigung für diese Umbenennung gab es nicht und die Maßnahme sorgt für Verwirrung. Denn an verschiedenen Stellen tauchen inzwischen unterschiedliche Bezeichnungen auf:
  • Wear OS-Webseite: Wear OS by Google Smartwatches
  • Android-App englisch: Wear OS by Google Smartwatch (was Android Wear)
  • Android-App deutsch: Wear OS by Google
  • iOS-App: Wear OS by Google – Smartwatch

Hartnäckige Gerüchte: Patent weist auf eigene Entwicklung hin

Nicht nur die Umbenennung des hauseigenen Betriebssystem sorgt aktuell wieder für das Aufflammen des hartnäckigen Gerüchts, dass Google nun doch eine eigene Smartwatch plant. Auch ein neues angemeldetes Patent befeuert die Meinungen der Experten. Kommt die Google Pixel Watch mit einer eigenen Kamera? Diese kann bisher nicht einmal die Apple Watch bieten. Das „United States Patent and Trademark Office“ hat ein Patent veröffentlicht, das Google schon vor einiger Zeit eingereicht hat. Darin wird eine Smartwatch beschrieben, die ein besonderes Feature mit sich bringen soll – eine eigene Kamera. Dies können Konkurrenten bisher nicht bieten, würde dem Weltkonzern jedoch mit Sicherheit zahlreiche Aufmerksamkeit bringen. Google hält sich jedoch nach wie vor bedeckt, was seine eigenen Smartwatch-Pläne betrifft. In den vergangenen Jahren kochte die Gerüchteküche immer wieder hoch. Im Jahr 2019 wurde bereits über die Einstellung der Entwicklung der „Google Pixel Watch“ spekuliert. Das neue Patent macht jedoch nun neue Spekulationen möglich: So könnte die Smartwatch mit einem Entsperr-Mechanismus (Face Unlock) ausgestattet sein, dass den Besitzer durch die Kamera als solchen erkennt. Natürlich sind auch Fotos und Videos sowie die Video-Telefonie ein interessantes Anwendungsfeld einer Smartwatch, das bisher von keinem Anbieter bedient wird. Das Patent verrät weitere Details: Ein digitaler Drehring könnte möglich sein. Grundlage ist ein optischer Sensor, der Gesten der Hand oder der Finger erkennen soll. Im Patentantrag sind Illustrationen von Halte- und Tipp-Gesten zu finden.

Übernahmen befeuern weiter die Gerüchteküche

Doch nicht nur Patente sorgen dafür, dass sich die Gerüchte um eine mögliche eigene Google Smartwatch hartnäckig halten. Auch so manche Übernahmegeschäfte sind für Experten ein weiteres Zeichen. Im Januar 2019 hat Google das Smartwatch-Geschäft von Fossil für 40 Millionen US-Dollar (umgerechnet 35 Millionen Euro) übernommen. Laut Pressemitteilung von Fossil umfasse die Kaufvereinbarung „geistiges Eigentum“, das zu einer Smartwatch-Technik gehören solle, die bei Fossil in Entwicklung sei. Auch die Übernahme des amerikanischen Herstellers von Fitnessuhren Fitbit, die im Oktober 2019 angekündigt wurde, sorgt für Mutmaßungen in der Branche. Für rund 2,1 Milliarden US-Dollar wurde der Konzern aufgekauft – und damit soll doppelt so viel gezahlt worden sein, als Facebook dem Hersteller geboten hätte. Mit dieser Übernahme verknüpfen sich Stärken: Google bringt finanzielle Mittel in den schwer gebeutelten Hersteller Fitbit ein, der wiederum über Know-how und Patente verfügt. Einen aktuellen Stand der Übernahme ist derzeit jedoch nicht offiziell bekannt.

Fazit: Nur Google weiß, was passiert

Ob Google eine eigene Smartwatch auf den Markt bringen wird und das Warten seit nun vielen Jahren endlich beendet – das weiß offenbar nur Google. Zahlreiche Vorzeichen sprechen dafür, aber Experten sehen auch Gründe dagegen. Könnte die Google Pixel Watch den Kooperationsmodellen mit LG ähneln? Oder ist eine „Fitbit Pixel by Google“ denkbar? Die Spekulationen kochen hoch, doch Wissen ist nicht vorhanden. Daher bleibt es nur abzuwarten, wie sich der Konzern künftig positioniert und vielleicht irgendwann doch überrascht.
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